Darum geht es mir!
Ich bin kein Mensch, der lange um den heißen Brei herumredet. Und ich bin Landwirtin. Wir Landwirte denken nicht in den Kategorien heute und morgen, sondern haben längere Zeiträume im Blickfeld. Genau deshalb ist das Ziel meiner Arbeit einfach und schwer zugleich: Die Menschen sollen auch noch in 100 Jahren hier ihr Auskommen finden und gern in ihrer Heimat leben. Nur so kann nämlich von ihnen auch erwartet werden, dass sie sich für ihre Heimat einsetzen. Denn ohne Bürgerengagement, ohne ehrenamtliche Arbeit, wird es in Zukunft nicht mehr gehen. Und mindestens genauso wichtig: Angesichts der enormen Probleme müssen alle Beteiligten ihre kleinkrämerischen Grabenkämpfe endlich einstellen und das Wohl der Menschen und unseres Landes in den Mittelpunkt ihres Handels stellen. Dafür stehe ich ein; so einfach lässt sich mein politisches Handeln auf den Punkt bringen. In den Gemeinden und Samtgemeinden fehlt es an alle Ecken und Enden. Pflichtaufgaben (ich nenne da nur den Erhalt der Kindertagesstätten, das Sozialhilfewesen, die Schülerbeförderung und die Jugendhilfe) können zum Teil nur noch mit einem finanzpolitischen Spagat bedient werden. Landkreis und Landesregierung haben auch nicht mehr viel zu verteilen. Deshalb sind die Bürger, die Kommunal- und die Landtagspolitiker gefordert.

Und so ist die Lage

Seit 1994 hat die ehemalige SPD-Landesregierung den Kommunalen-Finanzausgleich um jährlich 500 Millionen Euro gekürzt. Dadurch sind Kassenkredite für Kommunen schon fast zur Regel geworden und belaufen sich heute auf eine Summe von insgesamt mehr als 1,8 Milliarden Euro. Mehr als 160 Kommunen im Land Niedersachsen zahlen ihre Personalkosten aus eben solchen Kassenkrediten. So auch unser Landkreis Gifhorn! Im Jahr 2000 runde 7,5 Millionen Euro. Für den ländlichen Bereich - auch unseren - der zwar über viel Land, aber nur wenige große Steuerquellen verfügt, heißt dies: nichts geht mehr.